Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mainz-Bingen zur Bundessprecherin gewählt

    Pressemitteilung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen

    Manuela Hansel ist neue Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen. Die Leiterin der Gleichstellungsstelle des Landkreises Mainz-Bingen wurde auf der diesjährigen Bundeskonferenz in das Amt gewählt: „Ich freue mich, dass nun zum ersten Mal durch Manuela Hansel eine Gleichstellungsbeauftragte aus Rheinland-Pfalz in dem Gremium vertreten ist“, sagte Landrätin Dorothea Schäfer. „Wie wichtig diese
    Aufgabe ist, weiß ich durch mein langjähriges Arbeiten im Landesgleichstellungsausschuss von Rheinland-Pfalz. Ich
    wünsche ihr viel Erfolg.“ Das Arbeiten auf der Bundesebene bringe neue Perspektiven und Möglichkeiten mit sich, sagte die Landrätin: Manuela Hansel wird hier nicht nur erstmals Rheinland-Pfalz vertreten, sondern auch die
    Besonderheiten der Bedarfe eines Flächenlandkreises auf Bundesebene einbringen.“

    Die im Grundgesetz verankerte Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist in vielen Punkten noch nicht
    erreicht, sagt Manuela Hansel - fast 70 Jahre nach Inkrafttreten der Gleichstellung und 24 Jahre nachdem Artikel 3 des Grundgesetzes um Absatz 2 („Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von
    Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“) ergänzt wurde. „In den Kommunen müssen Männer und Frauen zusammen daran arbeiten, strukturelle Benachteiligungen von Frauen abzubauen.“

    Aktuelle Zahlen verschiedener Studien, Auswertungen und Berichte belegen die Schieflage in Sachen Gleichstellung:

    • Politische Repräsentanz: Frauenanteil in den Gemeindeparlamenten  durchschnittlich nur 25 Prozent

    • Gewalt gegen Frauen: 109.000 Frauen wurden (2016) Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. Folgekosten von Gewalt an Frauen: 3,8 Milliarden Euro

    • Sorgearbeit: Frauen leisten 52 Prozent mehr Haus- und Pflegearbeit als Männer, das heißt anderthalbmal so viel.

    • Führungspositionen: Von 437 Verwaltungsspitzen in den Landkreisen, Stadtkreisen und kreisfreien Städten sind 11,4 Prozent mit Frauen besetzt.

    Diese Fakten machen klar: Der Nachholbedarf für die Umsetzung des Staatsziels „Gleich-berechtigung von Frauen und Männern“ ist groß.



    Karlsruher Erklärung

    Mit der bei der Bundeskonferenz einstimmig verabschiedeten Karlsruher Erklärung fordern die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten unter anderem, dass ein Aktionsplan in der Querschnittsverantwortung aller Ressorts im Bund die Ungerechtigkeiten und Fehl-entwicklungen zum Nachteil von Frauen beendet. Schutz vor Gewalt und sexistischen Strukturen muss in allen Bereichen des Lebens und Arbeitens, von Gesellschaft und Politik gewährleistet werden. Dafür müssen tragfähige, aufeinander abgestimmte und nachhaltig wirksame Maßnahmen und Strukturen auch in den Kommunen geschaffen werden.


    Landrätin Dorothea Schäfer gratuliert Manuela Hansel zu ihrer Wahl als Bundessprecherin der Gleichstellungsbeauftragten. Foto: Barbara Melzer


    Ingelheim, 31.10.2018