Partnerschaft Ruanda

    Steingaß: Bereits mehr als 100.000 Euro für Ruanda gespendet

    Mainz, 12.08.2020

    Große Resonanz hat der landesweite Aufruf für den Corona-Fonds zur Unterstützung des rheinland-pfälzischen Partnerlands Ruanda erfahren. Bislang wurden mehr als 100.000 Euro gespendet, wie Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß bei einem Besuch des Freundschaftskreises „Boppard/Nyabitekeri“ mitteilte. Vor Ort freute sie sich über weitere 3000 Euro, welche die Stadt Boppard und der Freundschaftskreis je zur Hälfte finanzierten. Bürgermeister Dr. Walter Bersch und der Vorsitzende Klaus Thomas überreichten entsprechende Spendenschecks.

    „Die Corona-Pandemie hat viele afrikanische Länder sehr hart getroffen. Neben den Herausforderungen für die Gesundheitssysteme in Afrika werden auch die ohnehin fragilen Wirtschaften hohen Belastungen ausgesetzt“, so Steingaß. Im Mai hätten Innenminister Roger Lewentz und der Präsident des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz/Ruanda, Richard Auernheimer, daher die Einrichtung eines Fonds für Corona-Soforthilfen bekanntgegeben. Die Landesregierung hat für den Corona-Hilfsfond 22.000 Euro zur Verfügung gestellt.

    „Der Hilfsfond spiegelt die tiefe Verbundenheit und die große Solidarität in der langjährigen Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda wider. Die vielen Spenden, die die rheinland-pfälzischen Akteure ihren ruandischen Partnern bereitstellen machen deutlich, dass diese Verbundenheit auch schlechten Zeiten standhält und die Menschen hier und dort füreinander da sind“, sagte die Staatssekretärin.

    In Boppard besteht die Partnerschaft mit Nyabitekeri seit 2008. Drei Jahre später wurde der Freundeskreis gegründet, der die Partnerschaft der beiden Städte trägt. Seit dieser Zeit wurde eine Reihe von Projekten in Ruanda unterstützt. Insbesondere der Bau von Klassenräumen, die Hilfe bei der Wasserversorgung und die Unterstützung einer Frauenkooperative zählen dazu. Der Bopparder Freundeskreis hat es dabei auch geschafft, eine Reihe junger Menschen zur Mitarbeit in der Partnerschaft zu motivieren und ist damit beispielhaft.

    Der Corona-Fonds, der jetzt auch aus Boppard unterstützt wird, bewirkt im rheinland-pfälzischen Partnerland viel. Gerade in Ruanda kam es durch den früh angesetzten landesweiten Lockdown zu einem mehr als sechswöchigen kompletten wirtschaftlichen und sozialen Stillstand. Mit den einhergehenden Schulschließungen, die von März bis voraussichtlich September andauern, sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler hart getroffen, sondern auch ihre Lehrerinnen und Lehrer, die Köchinnen und Köche und die Reinigungskräfte der Schulen.

    Die Schulschließungen bedeuten für viele private Schulen erst einmal eine scheinbar unlösbare finanzielle Belastung. Ihnen bleibt in den meisten Fällen keine andere Möglichkeit, als ihr Personal zu kündigen. Ganze Familien standen so von einem Tag auf den anderen ohne Einkommen da und hatten durch den Komplett-Lockdown auch keine Möglichkeit, sich mit anderen Tätigkeiten ihr Überleben zu sichern. Bereits im April gingen die ersten Hilferufe von privaten berufsbildenden Schulen bei ihren Partnern in Rheinland-Pfalz, aber auch direkt im Büro in Kigali ein. Durch den Corona-Hilfsfonds konnten dann beispielsweise mehr als 50 Familien eine sogenannte „Familienunterstützung“ in Höhe von 50 Euro pro Monat bekommen und damit Lebensmittel kaufen. Im Süden des Landes konnte über 70 alleinstehenden Frauen und Kindern eines Vereins, der mit traumatisierten Frauen arbeitet und ein Partner des Frauennotrufes in Mainz ist, geholfen werden. Auch diese Frauen und ihre Familien erhielten Nahrungs- und Sachmittel als erste Nothilfe.

    Die Auswirkungen der Pandemie sind in Ruanda bis heute deutlich spürbar und stellen noch immer eine große Herausforderung für die Menschen in dem zentralafrikanischen Binnenland dar. Die zur Verfügung stehenden Mittel werden weiterhin für die Unterstützung mit Lebensmitteln eingesetzt, aber auch für notwendige Hygienemaßnahmen. Dazu gehören beispielsweise neu bereitgestellte Handwaschanlagen. „Die Maßnahmen zeigen, dass die Einrichtung des Corona-Hilfsfonds eine schnelle und wichtige Reaktion auf die Nachrichten aus dem Partnerland war, der auch weiterhin gebraucht wird. Ich freue mich über die große Spendenbereitschaft der Rheinland-Pfälzer“, so Staatssekretärin Nicole Steingaß.

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