Weiter Rinder im Selztal: Neue Bewirtschafter sollen Flächen des Selzverbandes übernehmen

    Pressemitteilung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen

    Die Beweidung durch Rinder an der Selz soll auch künftig fortgeführt werden. Anderslautende Berichte und
    Äußerungen des bisherigen Beweiders weist Landrätin Dorothea Schäfer, die auch Vorsitzende des Selzverbandes ist, zurück. Vielmehr ist sich der Selzverband mit dem NABU-Naturschutzbund Deutschland darüber einig, die
    Beweidung künftig auf neue Füße zu stellen. „Der NABU wird die Beweidung organisieren und mit verlässlichen Landwirten zusammenarbeiten. So soll die fachliche Qualität sichergestellt und vor allem die Akzeptanz des
    Projektes wiederhergestellt werden", sagte Dorothea Schäfer.

    Damit ist einerseits in Zukunft die für die Natur schonende Beweidung gewährleistet, die seit vielen Jahren dazu
    beiträgt, dass sich in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten seltene Tier- und Pflanzenarten prächtig entwickeln können. Andererseits wird auch der optische Anreiz  für die Erholungssuchenden erhalten bleiben – und sich an
    vielen Stellen deutlich verbessern.

    Der Nabu wird weiterhin dafür sorgen, dass die Flächen, auf denen die Rinder grasen, künftig mit stabilen Zäunen versehen werden. Damit wird verhindert, dass die Tiere nicht mehr ausbrechen können, was in der Vergangenheit immer wieder zu Klagen von Landwirten, Bürgerinnen und Bürgern sowie der Polizei führte, die die Tiere wieder
    einfangen musste.

    Der Start für die Zusammenarbeit mit dem Nabu ist schon lange geplant. Zuvor muss jedoch noch der bisherige
    Rinderzüchter die Selzwiesen verlassen. Ihm wurde bereits zum Ende des Jahres 2017 fristgerecht gekündigt, nachdem zwischen ihm und dem Selzverband als Eigentümer der Flächen keine Einigung über die Art und Weise der Beweidung erzielt werden konnte. Das Nutzungsrecht gilt demnach seit Anfang letzten Jahres nicht mehr, bisher hat der Beweider die Flächen jedoch noch nicht geräumt. Nun ist eine Räumungsklage anhängig.

    Ingelheim, 24.04.2019