Klimaschutz-Tipp - Schilfkläranlagen

    Biologische Abwasserentsorgung für Gebäude im Außenbereich

    Pflanzenkläranlagen sind eine interessante Möglichkeit, das Abwasser von Grundstücken, die außerhalb von Ortschaften liegen, vor Ort und ökologisch zu entsorgen. Pflanzenkläranlagen sind im Grunde mit Pflanzen bewachsene Anlagen (oftmals Schilf) in denen Abwasser durch das Zusammenwirken mit Mikroorgansimen und Bodensubstrat gereinigt wird.
     
    Das anfallende Abwasser läuft zunächst in eine unterirdische wasserdichte Tankanlage oder Mehrkammergrube und wird von absetzbaren Bestandteilen befreit. Nach dieser sogenannten Vorklärung durchsickert das Abwasser den von Schilfpflanzen durchwurzelten und Mikroorganismen angereicherten Sand-Kies-Boden, wird dabei gefiltert und biologisch gereinigt. Die Pflanzenwurzeln dienen als Lebensraum für Mikroorganismen, die auf natürliche Weise für den Abbau der organischen Abwasserinhaltsstoffe sorgen sowie durch den Eintrag von Luftsauerstoff die Reinigungsleistung verbessert. Über Drainagerohre fließt sodann das gereinigte Abwasser dann in einen Kontrollschacht und kann unter Einhaltung der Grenzparameter dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden.
     
    Bernd Weiß vom Zweckverband Abwasserentsorgung Rheinhessen (ZAR) weist darauf hin, dass der Bau einer solchen Anlage genehmigungspflichtig ist und eines wasserrechtlichen Antrags bei der zuständigen Wasserbehörde bedarf. Die Abwasserbeseitigungspflicht wird in aller Regel auf den Grundstückseigentümer übertragen, der für den ordnungsgemäßen Betrieb, die regelmäßige Wartung und einen reibungslosen Ablauf der Anlage zu sorgen hat. Die Überwachungspflicht obliegt jedoch weiterhin dem zuständigen Abwasserwerk.
     
    „Pflanzenkläranlagen sind ein großartiger Beitrag zum Klimaschutz. Durch die einfache und natürliche Klärung durch die Schilfpflanzen spart man sich das aufwändige Sammeln und Abtransportieren des Abwassers durch LKWs oder eine lange kostenintensive Abwasserleitung zur nächsten Abwasseranlage.“, so die Beigeordnete für Klimaschutz, Christina Bitz. „Das Verfahren ist schon gut erprobt und wissenschaftlich anerkannt. Im Gebiet des Zweckverbandes Abwasserentsorgung Rheinhessen (ZAR) gibt es schon mehrere Pflanzenkläranlagen, die schon sehr lange in Betrieb sind und bestens funktionieren“, erläutert Bernd Weiß. „Ich würde mich freuen, wenn mehr Eigentümer*innen, die im Außenbereich bauen, von dieser nachhaltigen Abwasserentsorgung Gebrauch machen würden“, betont die Klimaschutzbeigeordnete Christina Bitz.
    Generell werden Pflanzenkläranlagen / Kleinkläranlagen nur im Einzelfall zugelassen, wenn z.B. Grundstücke nicht an den öffentlichen Abwasserkanal angeschlossen werden können, dem Außenbereich zugeordnet sind und eine gewisse Entfernung zur Ortsbebauung aufweisen können.
    Der Anschlussgrad der gegenwärtig zu entwässernden Grundstücke im Einzugsbereich des ZAR, liegt bereits bei über 99%. „Der ZAR ist grundsätzlich bestrebt, die Grundstücke im Außenbereich an den Abwasserkanal anzuschließen. Aber oftmals ist eine Anbindung an das öffentliche Kanalnetz bautechnisch nicht möglich oder durch einen unverhältnismäßig hohen Kostenaufwand nur schwer oder gar nicht umsetzbar. In diesen Fällen unterstützt der ZAR gerne bei allen organisatorischen und fachlichen Fragen zum Bau einer Pflanzenkläranlage“, so Bernd Weiß.

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