Presseinformation des Bürgermesiters

    Klaus Penzer - Die Zukunft der Sirenen

    Die Sirenen sind ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges. In den fünfziger Jahren eingeführt, sollten sie die Bevölkerung vor kriegerischen Ereignissen und einem möglichen Atomkrieg warnen. Zur damaligen Zeit gab es kaum andere Warnmöglichkeiten. Das Fernsehen steckte noch in den Kinderschuhen.

    Nach Ende des Kalten Krieges Anfang der 90-er Jahre haben der Bund und die Länder die Sirenen den Landkreisen und kommunalen Gebietskörperschaften  zur weiteren Nutzung überlassen. In den Städten und Gemeinden wurde sie fortan zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren eingesetzt. Mittlerweile werden sie auch dafür nicht mehr benötigt. Mit den digitalen Funkmeldeempfängern und der Alarmierung über Handy können gezielt die Einsatzkräfte alarmiert werden, die für das jeweilige Ereignis notwendig sind. So sind auch mittlerweile alle Feuerwehreinheiten in der Verbandsgemeinde Rhein-Selz mit digitalen Funkmeldeempfängern ausgestattet. Auch die Diskussion, ob die Sirenen daneben die Feuerwehrleute noch alarmieren sollen, ist inzwischen ausgestanden. Was macht es für einen Sinn, wenn beispielsweise eine kleine Einheit von drei Personen benötigt wird, um eine dringende Türöffnung gemeinsam mit der Polizei und dem Ordnungsamt vorzunehmen? Sollen in diesem Falle beispielsweise mehr als 50 Oppenheimer Feuerwehrkameraden  durch ein Sirenensignal alarmiert werden?

    Nachbar-Verbandsgemeinden (Nieder-Olm und Bodenheim) haben deshalb die Sirenen komplett abgebaut.

    Bis auf wenige, im Zusammenhang mit Rathaussanierungen oder dem Verkauf dieser Gebäude abgebauten Sirenen, sind die Sirenen aber in unserer VG noch vorhanden.

    Im März 2018 fand im Feuerwehrausschuss eine Anhörung zum Thema Sirenen statt, der Feuerwehrausschuss hat sich im März 2020 erneut damit befasst. Haushaltsmittel für eine eventuelle Erneuerung müssten in die Haushaltspläne 2021 folgende eingestellt werden.

    Allerdings ist festzustellen, dass auch der für den Katastrophenschutz zuständige Landkreis Mainz-Bingen auf die digitalen Systeme (KATWARN und Nina) und nicht mehr auf Sirenenalarmierung setzt.

    Am 23.9.2018 fegte der Sturm „Fabienne“ übers Land. Er traf besonders Nieder-Olm, Zornheim, Mommenheim und Nierstein. Schon Tage zuvor wurde im Rundfunk und Fernsehen über das bevorstehende Ereignis berichtet und die Bevölkerung ausführlich gewarnt. Als der Sturm dann schließlich am Sonntagnachmittag hereinbrach, waren alle informiert. Was hätte in diesem Falle eine Sirenenalarmierung beispielsweise um 16:00 Uhr noch bringen sollen? Auch als der Rhein am 2. Juni 2013 den zehnthöchsten Stand aller Zeiten (7,07 m) erreichte, war die Bevölkerung entlang des Rheines bereits Tage zuvor darauf aufmerksam gemacht worden.

    Abschließend ist festzustellen, dass es einer intensiven und sachlich geführten Diskussion bedarf um festzustellen, für welche Ereignisse in unserer Verbandsgemeinde Rhein-Selz eine Sirenenalarmierung tatsächlich eine Hilfe für die Bevölkerung sein könnte. Nur wenn klar zu Tage tritt, dass ohne Sirenen die Bevölkerung nicht wirksam geschützt werden kann, wäre auch die Bereitstellung von mehreren 100.000 € gerechtfertigt.

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