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Afrikanische Schweinepest
Afrikanische Schweinepest
Afrikanische Schweinepest
Es geht voran: Ab sofort werden erste Wege wieder geöffnet
Lockerungen bei der Afrikanischen Schweinepest – wichtiger Schritt für Oppenheim, Dienheim, Ludwigshöhe und Guntersblum
Seit dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Sommer 2024 musste die Bevölkerung erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Gesperrte Wege, geschlossene Naherholungsgebiete und zahlreiche Auflagen für Landwirtschaft, Weinbau und Hundebesitzer haben den Alltag vieler Menschen verändert.
Nun gibt es berechtigte Hoffnung auf eine weitere Rückkehr zur Normalität. Nach intensiven Abstimmungen mit den zuständigen Behörden wurden wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, die den Bürgerinnen und Bürgern wieder mehr Freiheiten ermöglichen sollen.
Und dies ist ab sofort schon der Fall für einige Wege und Plätze.
Mehr Wege, der Hundestrand, die NATO-Rampe sind wieder nutzbar
Bei einer gemeinsamen Begehung wurde festgelegt, welche Wege künftig wieder für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden können. Konkret heißt das: Radfahren, Reiten, Fußgängerverkehr und das Fahren mit Krankenfahrstühlen ist im Oppenheimer Wäldchen, aber auch in der Gemarkung Dienheim, Ludwigshöhe und Guntersblum auf den bekannten Wegen uneingeschränkt erlaubt, sofern diese nicht ausdrücklich durch Zäune, Gitter, andere Sperrmaßnahmen oder Hinweisschilder, die den Durchgang oder die Durchfahrt auch für Radfahrer ausdrücklich verbieten.
Entscheidend ist dabei, dass die Wege ausreichend übersichtlich sind. So können mögliche Wildschweinkadaver frühzeitig erkannt und gemieden werden. Auch dürfen die Wege nicht verlassen werden. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind wichtig, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.
Warum jetzt ein Zaun errichtet wurde
Viele Bürgerinnen und Bürger haben den neu errichteten Zaun mit Sorge wahrgenommen. Der Eindruck, z.B. das Wäldchen werde nun dauerhaft vollständig abgesperrt, ist verständlich – tatsächlich verfolgt der Zaun jedoch genau das Gegenteil.
Er schafft die Voraussetzung dafür, dass bisher gesperrte Bereiche künftig wieder sicher genutzt werden können. Der Festzaun, so Dr. Wacker von der Kreisverwaltung, ist auf der neuen Zauntrasse weit weniger vom Rheinpegel abhängig wie der bisherige Elektrozaun und, so die Hoffnung aller, hoffentlich nicht in gleichem Maße von Vandalismus betroffen.
Selbstverständlich wurden beim Zaunprojekt die Belange des Tier,- Natur- und Artenschutzes im Konsens mit den berechtigten Belangen einer leider notwendigen Bekämpfung der ASP berücksichtigt. Auch Extremsituationen wie einer Flutkatastrophe wurde mit Fluchttoren, die bei drohender Flut den Wildtieren eine Flucht ermöglichen sollen, Rechnung getragen.
Durch die gezielte Lenkung der Wildschweinpopulation können Wege schrittweise wieder freigegeben werden. Gleichzeitig verbessert der Zaun die Voraussetzungen für die im Herbst 2026 angestrebte Rückstufung der Sperrzone II mit hohen Restriktionen in eine Sperrzone I mit noch weniger einschneidenden Restriktionen.
Der Zaun steht deshalb nicht für zusätzliche Einschränkungen, sondern ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zurück zu einer möglichst normalen Nutzung der Wege, Flächen und Plätze.
Hundestrand soll wieder öffnen
Besonders erfreulich ist die geplante Wiederöffnung des Hundestrandes.
Damit dieses Angebot dauerhaft bestehen kann, gilt auf dem Weg dorthin weiterhin eine konsequente Leinenpflicht. Erst am Hundestrand selbst dürfen die Hunde wieder frei laufen.
Die Einhaltung dieser Regel wird durch das Ordnungsamt regelmäßig und engmaschig kontrolliert. Verstöße gefährden nicht nur die Nutzung des Hundestrandes, sondern können die weiteren Lockerungen insgesamt beeinträchtigen.
Deshalb richtet sich die Stadt an alle Hundehalterinnen und Hundehalter mit einer herzlichen Bitte: Helfen Sie mit, diese neu gewonnenen Freiheiten dauerhaft zu erhalten. Wer sich an die Regeln hält, schützt nicht nur die Natur, sondern trägt dazu bei, dass der Hundestrand geöffnet bleiben kann.
Sollten Sie beobachten, dass gegen die Leinenpflicht verstoßen wird, freuen wir uns über Zivilcourage. Oft genügt bereits ein freundlicher Hinweis, um Missverständnisse auszuräumen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die erreichten Erleichterungen Bestand haben.
Auch Dienheim, Ludwigshöhe und Guntersblum profitieren
Nicht nur Oppenheim kann auf weitere Lockerungen hoffen.
Landrat Thomas Barth, Beigeordneter Erwin Malkmus und Veterinäramtsleiter Dr. Markus Wacker verfolgen gemeinsam das Ziel, die Sperrzone II A für Oppenheim, Dienheim, Ludwigshöhe und Guntersblum im Herbst 2026 in eine weniger strenge Sperrzone zurückzustufen. Ein vergleichbarer Schritt wurde für den Bereich Bingen bis Mainz bereits von der EU-Kommission genehmigt.
Für Landwirtschaft und Weinbau wäre dies eine spürbare Entlastung. Unter anderem könnten die Drohnenpflicht vor der Ernte, Ernteanträge beim Veterinäramt sowie weitere zeitliche Einschränkungen entfallen. Das würde Bürokratie abbauen, Kosten reduzieren und die Arbeit der Betriebe erheblich erleichtern.
Wie oben schon erwähnt steht dem Besuch der NATO-Rampe zwischen Dienheim und Ludwigshöhe nichts mehr im Weg. Was wir leider weiterhin nicht zulassen können, ist das Slippen von Motorbooten und Jet-Skies.
Noch sind einige Arbeiten notwendig
Für diese erste Lockerungen war es Voraussetzung, dass an verschiedenen Zufahrten noch Viehgitter, Beschilderungen sowie Durchgänge für Fußgänger und Radfahrer installiert und beschildert wurden.
Gemeinsam zurück zur Normalität
Die jetzt erreichten Fortschritte sind das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden, den Kommunen und vielen engagierten Beteiligten. Darauf können wir gemeinsam stolz sein.
Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass weitere Lockerungen möglich werden. Wer die geltenden Regeln beachtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern hilft mit, dass z.B. unser Wäldchen, unsere Naherholungsgebiete sowie Landwirtschaft und Weinbau Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren können.
Lassen Sie uns diese Chance gemeinsam nutzen. Rücksicht, Verantwortungsbewusstsein, Zivilcourage und gegenseitige Unterstützung sind jetzt der Schlüssel dafür, dass aus den ersten Lockerungen schon bald noch viele weitere werden.
